Injektion, Avastin, Lucentis, Eylea, Steroide

Was ist eine Anti-VEGF-Behandlung?

VEGF ist ein wichtiger Botenstoff, der die Neubildung von Gefäßen und eine Ödembildung in der Netzhaut begünstigt. Beides ist eine typische Komplikation bei der feuchten Form der AMD (altersbedingte Makuladegeneration), diabetischer Retinopatie, Venenverschluss und anderen Erkrankungen. Die Anti-VEGF-Behandlung hat die Prognose der Behandlung dieser Erkrankungen grundlegend verbessert. Die Erblindungsrate durch diese Erkrankungen konnte in den letzten Jahren durch diese Behandlung erheblich verbessert werden.

Wie wirkt die Anti-VEGF Behandlung?

Von entscheidender Bedeutung für die Entstehung von krankhaften Blutgefäßen unter der Netzhaut und einer Netzhautschwellung ist VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor). Wissenschafler haben viele verschiedene neue Medikamente (Anti-VEGF) entwickelt, die VEGF blockieren können.

Was passiert während einer Anti-VEGF-Behandlung?

Das Anti-VEGF-Medikament wird in ihr Auge mit einer sehr feinen Nadel injiziert. Zuvor wird ein Anästhetikum gegeben und das Auge und seine Umgebung desinfiziert. In der Regel sind wiederholte Injektionen erforderlich, wobei die Abstände zwischen den Injektionen schrittweise verlängert werden. Das Risiko der Behandlung ist äußerst gering (Infektion, Netzhautablösung, Linsenverletzung). Der Nutzen überwiegt diese Risiken (unter 0.1%) erheblich.

Wie erfahre ich, ob ich eine Anti-VEGF-Therapie benötige?

Ihr Augenarzt wird entscheiden, ob die Behandlung für Sie erforderlich ist. Gelegentlich wird sie mit anderen Maßnahmen kombiniert, z.B. mit einer photodynamischen Lasertherapie.

Nebenwirkung von Steroiden

Während Avastin, Lucentis und Eylea nur geringe und selten auftretende Nebenwirkungen haben, ist nach Injektion von Cortisonpräparaten (Triamcinolon-Acetonid) die Sehfähigkeit für 1-2 Tage reduziert, gelegentlich kann der Augendruck ansteigen. Aus diesem Grund sind Kontrollen beim Augenarzt erforderlich.

Ozurdex

Wirksames Cortisonpräparat, das das Medikament über circa drei Monate abgibt.

Häufig gestellte Fragen

Sind die Medikamente Avastin, Lucentis und Eylea gleichwertig?

Verschiedene multizentrische Studien wurden durchgeführt um diese Frage zu klären (z.B. Catt-Studie und View-Studie). Es konnten keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den Medikamenten nachgewiesen werden.

Wie lange muss behandelt werden?

Es muss behandelt werden solange Zeichen einer Aktivität nachweisbar sind (Netzhautschwellung, Blutung, Visusabfall).

Ist die Behandlung erfolgreich?

In circa 40% kommt es zu einem Anstieg der zentralen Sehschärfe, in 94% kann die Sehschärfe über zwei Jahre erhalten werden, sofern konsequent behandelt wird.

Ist es gefährlich die Behandlung zu unterbrechen?

Ja. Es kann zu einem Verlust der zentralen Sehschärfe kommen. Die verlorene Sehschärfe kann dann in der Regel nicht wiedergewonnen werden.

Kann man die trockene Makuladegeneration durch intraokulare Injektionen behandeln?

Es werden derzeit verschiedene Studien mit neuentwickelten Medikamenten durchgeführt, um dieses zu prüfen. Wir werden Sie über den aktuellen Stand der Studien informieren.