Diabetische Retinopathie

Die diabetische Retinopathie ist eine der Hauptursachen für Erblindung bei Erwachsenen. Sie wird durch Veränderungen in den Blutgefäßen der Netzhaut verursacht. Bei manchen Menschen mit diabetischer Retinopathie können Netzhautblutungen und eine Schwellung der Netzhaut entstehen. Bei anderen Menschen wachsen abnormale neue Blutgefäße an der Oberfläche der Netzhaut in den Glaskörper.

Welches sind die Stadien der diabetischen Retinopathie?

Die diabetische Retinopathie hat vier Stadien:

  • Milde nichtproliferative Retinopathie
  • Moderate nichtproliferative Retinopathie
  • Schwere nichtproliferative Retinopathie
  • proliferative Retinopathie

Wie verursacht die diabetische Retinopathie den Sehverlust?

Ein Sehverlust kann auf zwei Arten entstehen:

  • Fragile, abnormale Blutgefäße können sich neu entwickeln und zu Blutungen in das Auge führen, wodurch die Sehschärfe vermindert wird. Dies ist ein Kennzeichen der proliferativen Retinopathie und kann zu einer raschen Erblindung führen.
  • Die diabetische Makulopathie ist definiert durch
  • Eine Verdickung der Makula im Zentrum
  • Lipidablagerungen (harte Exsudate) innerhalb einer Zone von 500 Mikrometern um das Zentrum
  • Ein diffuses, multifokales Makulaödem
  • Das klinisch signifikante Makulaödem ist die häufigste Ursache einer gravierenden Sehverschlechterung bei nichtproliferativer diabetischer Retinopathie. Hierbei sind Lipidexsudate um krankhaft veränderte Gefäße herum nachweisbar
  • Das diabetische Makulaödem kann wirksam mit Anti-VEGF Medikamenten (Avastin, Lucentis, Eylea) behandelt werden

Für wen besteht das Risiko einer diabetischen Retinopathie?

Alle Menschen mit Diabetes-Typ 1 und Typ-2 sind gefährdet. Deshalb sollte jeder Diabetiker eine ausführliche Untersuchung der Augen mindestens einmal im Jahr durchführen lassen, inklusive Weitstellung der Pupille. Je länger jemand Diabetes hat, desto eher wird er oder sie die diabetische Retinopathie bekommen.

Welches sind die Symptome der Diabetischen Retinopathie?

Oft gibt es keine Symptome in den frühen Stadien der Krankheit, noch bestehen Schmerzen. Warten Sie nicht auf das Auftreten von Symptomen. Eine umfassende Untersuchung des Auges mindestens einmal im Jahr ist erforderlich. Wenn das Sehen bereits beeinträchtigt ist, handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung.

Wie wird die diabetische Retinopathie nachgewiesen?

Eine diabetische Retinopathie und Makulaödem werden während einer umfassenden Augenuntersuchung, die folgendes beinhaltet, erkannt:

  • Sehschärfetest
  • Pupillenerweiterung; Ihr Arzt überprüft die Netzhaut auf frühe Anzeichen der Krankheit

Wenn Ihr Arzt glaubt, dass die Veränderungen besser und genauer sichtbar gemacht werden sollten, kann er die Durchführung eines Fluorescein-Angiogramms vorschlagen.
Die optische Cohaerenstomographie (OCT) präzisiert das Ausmaß der Netzhautschwellung und ist heute unverzichtbar für die Diagnose und Verlaufsbeobachtung der Erkrankung.

Weitere Untersuchungen:

  • Gesichtsfeldprüfung
  • Elektrophysiologie
  • Untersuchung des Sehnerven (VEP)

Behandlung der diabetischen Retinopathie

Wie wird eine diabetische Retinopathie behandelt?

In den ersten drei Stadien der diabetischen Retinopathie ist eine Behandlung nur vor allem dann erforderlich, wenn sich ein Makulaödem entwickelt. Um das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie einzuschränken, sollten regelmäßig Blutzuckerspiegel, Blutdruck, Cholesterinspiegel und HbA1C im Blut kontrolliert werden.

Behandlung mit Anti-VEGF Medikamenten

Die Injektion von Avastin, Lucentis oder Eylea führt zu einer Linderung des Makulaödems, zu einer Reduktion von Blutungen und zur Rückbildung neugebildeter Gefäße. Damit werden die Hauptsymptome der Erkrankung wirkungsvoll behandelt. Die Medikamente werden über winzige Nadeln schmerzfrei in das Auge injiziert. Eine wiederholte Anwendung ist erforderlich bis eine maximale Wirkung erreicht ist. In vielen Fällen kommt es zu einer langsamen und fortschreitenden Besserung der zentralen Sehschärfe. Die meisten Studien gehen davon aus, dass es besser ist erst in einem zweiten Schritt eine Laserbehandlung der Netzhaut durchzuführen.

Laserbehandlung

Die proliferative diabetische Retinopathie erfordert eine Laser-Chirurgie. Bei der sogenannten panretinalen Photokoagulation werden in mehreren Sitzungen 1000 bis 2000 Laserherde mit einem Durchmesser von 300 bis 500 Mikrometern gesetzt. Diese Behandlung verbessert die Sauerstoffversorgung der Netzhaut und führt zu einer Rückbildung der Gefäßpoliferationen. Die Funktion der peripheren Netzhaut wird bei sachgerechter Anwendung kaum geschädigt. Eine panretinale Photokoagulation sollte begonnen werden, wenn ausgedehnte mangeldurchblutete ausgedehnte Netzhautareale nachgewiesen werden.

Fokale Laserkoagulation

Bei klinisch signifikantem Makulaödem werden Areale mit Flüssigkeitsaustritt umschrieben (fokal) koaguliert. Lipidexsudate können sich zurückbilden. Zentral gelegene Areale kann man durch eine gitterförmige vorsichtige Laserkoagulation behandeln.

Vitrektomie

Bei wiederholten Glaskörperblutungen, bei zugbedingter Netzhautablösung mit Membranbildung auf der Netzhautoberfläche wird eine Vitrektomie durchgeführt. Dabei werden über winzige Öffnungen (23G Vitrektomie) das Blut und der krankhaft veränderte Glaskörper entfernt. Gelegentlich muss die Netzhaut durch eine Gas- oder Silikonöltamponade auf die Unterlage gebracht werden.

Wie wird ein Makulaödem behandelt?

Durch eine Kombination von Anti-VEGF Medikament mit Ergänzung durch eine lokale und vorsichtig eingesetzte Laserkoagulation. Während die Anti-VEGF Behandlung das Sehvermögen häufig verbessert, wird es durch die Laserbehandlung stabilisiert. Ein Visusanstieg ist nicht zu erwarten. Regelmäßige Kontrollen durch den Augenarzt und Internisten sind erforderlich, unter Einschluss der Kontrolle der Nierenwerte, des Blutdrucks und des Gewichtes. Durch gute Blutzuckereinstellung und konsequente Netzhautkontrollen, sowie durch stadiengerechte Injektions- und Lasertherapie lassen sich heute sich die schweren Folgen der diabetischen Retinopathie mit Erblindung in den allermeisten Fällen verhindern.