Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Internationale Behandlungsrichtlinien

Im Auftrag der EURETINA, der weltweit größten Gesellschaft für die Behandlung von Netzhauterkrankungen, wurden unter Mitwirkung von Prof. Richard internationale Behandlungsrichtlinien für Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) erstellt. Diese wurden im British Journal Of Ophtalmology veröffentlicht und sind hier einzusehen: www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4145443/

Was ist Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)?

AMD ist die häufigste Ursache für Erblindung. Bei ihrer Entstehung spielen sowohl Erbfaktoren als auch Umwelteinflüsse eine Rolle. Möglicherweise fördert die Lichtbelastung die Entstehung einer AMD. Sie ist Folge einer Überlastung des retinalen Pigmentepithels durch Alterung. Eine Pigmentepithel muss täglich rund 200000 abgestoßenen Scheibchen der Rezeptoraußenglieder abbauen. Bei einer Störung gehen die Pigmentepithelzellen zu Grunde und/oder Gefäße aus der inneren Aderhaut wachsen ein. Die Erkrankung betrifft häufig beide Augen.

Wie führt die AMD zum Sehverlust?

Formen der AMD:

  • Trockene AMD (90%): Die Atrophie des Pigmentepithels und der sensorischen Netzhaut stehen im Vordergrund.
  • Die feuchte AMD: betrifft nur 10 Prozent aller Menschen mit AMD, ist aber für 90% der Erblindungen durch diese Krankheit verantwortlich. Es kommt zu einem Flüssigkeitsaustritt unter die Netzhaut und zu einem Einwachsen krankhafter Aderhautgefäße, die bluten können und danach eine Narbe hinterlassen.

Wer ist in Gefahr eine AMD zu entwickeln?

Es gibt eine Reihe von bekannten Risikofaktoren:

  • Alter: Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit zunehmendem Alter zu.
  • Geschlecht: Frauen sind stärker betroffen als Männer.
  • Erbfaktoren: Es gibt eine Reihe von Genen, die Entzündungsfaktoren regulieren (Komplement), deren Ausfall die Entwicklung einer AMD begünstigen.
  • Rauchen: Ein wichtiger Risikofaktor. Wer das Rauchen aufgibt, kann das Risiko der Entwicklung einer AMD reduzieren.
  • Sonnenlicht: Der blaue Anteil des Sonnenlichtes kann die Entwicklung einer AMD beschleunigen.
  • Ernährung: Forschungsergebnisse legen nahe, dass eine Supplementierung mit Antioxidantien wie Vitamin C und E und Mineralstoffen wie Zink und Selen vor AMD schützen.

Symptome

  • Zu Beginn der AMD benötigt der Patient mehr Licht.
  • Im weiteren Verlauf erscheinen gerade Linien wellig (Metamorphopsie). Dies kann schnell passieren oder sich langsam entwickeln.
  • Die Netzhaut geht fortschreitend zu Grunde, wodurch die Sehfähigkeit reduziert wird.

Die Entstehung einer feuchten AMD kann zu einem plötzlichen, raschen Visusverlust führen.

Kann AMD rechtzeitig erkannt werden?

AMD ist eine langsam fortschreitende Krankheit.

Die Augenuntersuchung umfasst:

  • Prüfung der Sehschärfe
  • Pupillenerweiterung, um Netzhaut und Sehnerv zu untersuchen
  • Amsler-Test: Das Muster des Gitters gleicht einem Schachbrett. Sie fixieren einen zentralen Punkt und prüfen, ob die graden Linien wellig erscheinen.
  • Fluorescenz-Angiographie: Ein Farbstoff wird in die Armvene injiziert. Anschließend wird die Netzhaut photographiert. Die Untersuchung erlaubt dem Augenarzt neugebildete Blutgefäße zu identifizieren.
  • Die optische Kohärenztomographie (OCT): Wichtiges, schmerzfreies Untersuchungsverfahren, das ein Querschnittsbild der Makula erlaubt und das Ausmaß der choroidalen neovaskulären Membran unter der Makula präzisiert. Sie ist unverzichtbar in der Verlaufsbeobachtung.

Wie kann AMD verhindert werden?

Die Entwicklung einer AMD kann nicht verhindert werden. Wenn Sie Ihre Augen vor zu viel Sonne schützen, sich ausgewogen mit viel frischem Obst und Gemüse ernähren und das Rauchen aufgeben, können Sie das Fortschreiten der Erkrankung verzögern.

Behandlung der AMD